Come Fly With Me

Kurz vor Weihnachten hat sich eine alte junge Freundin mit einer Bitte an mich gewandt: Ob ich eine Karte machen würde, die sozusagen als Geschenkverpackung dienen kann?

Zu sowas sage ich niemals nein – konkrete Aufträge stehen bei mir hoch im Kurs!

Das Geschenk: ein Kurztrip nach Portugal zu einem fetten Event. Und die Karte sollte es schon auf den ersten Blick andeuten.

Das Ergebnis:

Offenbar hat die Karte für einiges Aufsehen gesorgt, was mich tierisch freut.

Videos kann ich leider nicht einbetten (bin zu knauserig für die entsprechende WordPress-Version …), aber man darf mir glauben: Ist schon ziemlich cool, wenn man an einem der Slider zieht 😉

How To

Die Karte ist sicherlich meiner liebsten Projekte der letzten Zeit: eine Doppelsliderkarte mit versteckten Botschaften.

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Die Karte war sozusagen die „Verpackung“ für ein Weihnachtsgeschenk, das eine alte junge Freundin ihrem Mann unter den Baum gelegt hat: ein Wochenendtrip zu einem mit Harley-Davidson verknüpften Event in Portugal.

Ich wollte eine Karte gestalten, die zwar weihnachtlich ist, aber nicht zu sehr, immerhin findet die Reise erst im Sommer statt. Mit den Details, die mir meine Freundin genannt hat – z. B. welche Airline gebucht wurde –, ging das auch ganz gut.

Ausgangspunkt meiner Überlegungen war dieser herzige kleine Flieger aus einem Stanzenset, den ich immer schon einmal benutzen wollte: Er besteht aus mehreren Einzelteilen, die ausgestanzt und zusammengeklebt werden. Glücklicherweise gibt es sogar ein eigenes Teil fürs Seitenruder am Heck des Flugzeugs, das ich mithilfe von Schere und Gelpen zum Logo der SWISS modifiziert habe.

Fürs weihnachtliche Flair sorgt Santas Rentierschlitten. Eigentlich ist die Stanze so gedacht, dass der Schlitten nach rechts fliegt, aber ich habe das fertige Stanzteil einfach umgedreht. Dieser „Fehler“ fällt nicht sonderlich auf – und falls doch, wird er vom Effekt mehr als gerechtfertigt.

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Um den Hintergrund – einen Nachthimmel und die Wolkengrenze – zu gestalten, habe ich zu Schablonen, Stempeln und silbernem Embossingpulver gegriffen.

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Zunächst habe ich mit einem simplen Kreisflächenstempel den Mond mit VersaMark auf mein Panel gestempelt und ihn silbern embosst.

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Um die Sterne zu stempeln, habe ich aus einem Buchstabenstempelset den Punkt verwendet – ging ganz gut, wenn ich auch ein paar Versuche gebraucht habe, bis ich den richtigen Druck draufhatte (zu viel, und der Stern ist eher ein verpatzter Schneeball). Die VersaMark-Abdrücke habe ich erneut silbern embosst.

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Für den Slidermechanismus habe ich den Hintergrund doppelt gebraucht – damit er auch auf den beweglichen Teilen zu sehen ist. Am einfachsten ließ sich das bewerkstelligen, indem ich ein zweites Stück Cardstock mit den gleichen Maßen wie jenen des Hintergrunds bearbeitet habe, und zwar möglichst ident wie das Original. Nur den Mond habe ich weggelassen, den brauchte ich nicht doppelt.

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Mit drei Blauschattierungen, Blending Tools und einer Wolkenschablone bin ich den Himmel angegangen.

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Ich habe von oben nach unten schabloniert, um die Wolken scharf vom Sternenhimmel abzugrenzen.

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Der fertige Hintergrund.

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Um nun die Wolken so exakt wie möglich an den gleichen Stellen auf meinem zweiten Blatt zu haben, habe ich folgenden Trick angewandt: Ich habe das zweite Blatt unter den Hintergrund geschoben, die Schablone genau angelegt, sie und das zweite Blatt gut festgehalten und den Hintergrund vorsichtig rausgezogen.

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Schabloniert habe ich erneut von oben nach unten. Hat ganz gut funktioniert 🙂

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Natürlich ist es keine fehlerlose Kopie, aber eine grundsätzliche Ähnlichkeit reicht aus – immerhin werden nur Teile des zweiten, mondlosen Blattes verwendet. Wie und wofür, das wird in Kürze klar.

Zunächst musste ich mich allerdings entscheiden, wo genau ich die Sichtfenster für die beiden versteckten Botschaften haben wollte. Damit alles auch wirklich gerade gerät, habe ich mit dem Raster meiner Arbeitsunterlage und einem Lineal gearbeitet. Die Stanze habe ich mit wiederablösbarem Klebeband befestigt.

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Die Stanze ist etwas zu kurz für mein Vorhaben, was aber kein größeres Problem darstellt, denn gerade solch simple Stanzen kann man einfach „verlängern“: Man stanzt im ersten Durchgang nur einen Teil aus, legt die Stanze wieder an (die bereits gestanzten Linien helfen beim Anlegen) und stanzt ein weiteres Mal aus.

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Legt man nun das zweite Blatt, die „Hintergrundkopie“, hinter den Hintergrund, sieht man gut, wie schön beides zusammenpasst. Wichtig ist dieser Umstand, weil ich aus der „Kopie“ die beiden Slider schneide – mithilfe einer Stanze. Der Slider muss lang genug sein, um gleichzeitig den Fensterausschnitt komplett zu verdecken und seitlich ein wenig vorzustehen.

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Anschließend habe ich alles ein zweites Mal gemacht – für den unteren Slider.

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Nun lege ich hinter den Hintergrund ein neues Stück Cardstock (das sich wiederum die Maße mit dem Hintergrund teilt), das den Rücken des Panels bildet. Probehalber lege ich auch die bereits aus der „Hintergrundkopie“ geschnittenen Slider sowie Schlitten und Flugzeug an, um zu ermitteln, wo genau ich die Botschaften unterbringe und wie weit die Slider sich rausziehen lassen bzw. wo Schlitten und Flugzeug sich befinden, wenn die Slider geschlossen sind (Schlitten und Flugzeug werden als Stopper dienen). Die Fensteröffnungen habe ich mit ein paar Bleistiftstrichen auf dem Rücken des Panels markiert.

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Ins obere Rechteck habe ich eine Zeile aus dem bekannten Sinatra-Song gestempelt – „Come fly with me“. Dafür habe ich Einzelbuchstaben, einen Acrylblock und VersaFine verwendet.

Ins untere Rechteck kommen zwei Logos, die das Ziel der Reise repräsentieren. Ich habe sie mit einem Grafikprogramm bearbeitet, sodass sie die passende Größe haben, ausgedruckt, ausgeschnitten und aufgeklebt.

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Aus den Resten der „Kopie“ und weiteren Cardstockresten habe ich viele schmale Streifen geschnitten, die als Abstandshalter zwischen Panel und Rücken dienen. Immer je drei davon habe ich mit einem starken Flüssigklebstoff zusammengeklebt. Die u-förmigen Teile sind mit einer entsprechenden Stanze ausgestanzt. Mit einigen Streifen habe ich zwei Sliderkanäle gebaut, die anderen dienen als reine Abstandshalter, damit Panel und Rücken überall gleich weit voneinander entfernt sind. Fürs Aufkleben habe ich wieder starken Flüssigklebstoff benutzt; die Streifen müssen unbedingt auf den Rücken, nicht auf die Rückseite des Panels geklebt werden, sonst funktioniert der Mechanismus nicht einwandfrei.

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Die Slider selbst habe ich erst grob mit einem Cutter und einem Lineal aus der „Kopie“ geschnitten – und zwar in der kompletten Länge des Papiers. Daher musste ich sie in einem weiteren Schritt zurechtstutzen. Um die passende Länge zu ermitteln, habe ich sie verkehrt eingelegt, darauf geachtet, dass das Fenster zur Gänze geschlossen ist und dennoch genug am Rand übersteht. Mit Bleistift habe ich eine Markierung gesetzt, wie lang die Papierstreifen mindestens bleiben müssen. Den Rest habe ich mit einer Schere abgeschnitten.

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Zeit, Schlitten und Flugzeug auf den Slidern zu befestigen – und zwar mit dreidimensionalen Klebepads. So sind sie nicht nur bewegliche Zierde, sondern erfüllen auch einen praktischen Zweck: Sie stoppen den jeweiligen Slider rechtzeitig und sorgen so dafür, dass man ihn nicht vollständig aus dem Kanal ziehen kann.

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Zuletzt habe ich Panel und Rücken zusammengeklebt, indem ich auf die „Abstandshalter“ Flüssigklebstoff verteilt und das Panel aufgelegt habe. Dabei muss man nur aufpassen, dass die Slider schön im Kanal zum Liegen kommen und nicht versehentlich Klebstoff abbekommen.

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Fast fertig – es fehlt nur noch eine Klappkarte, die ich in diesem Fall aus einem Stück silbernem Cardstock (so passt sie zum Mond) gefaltet habe (etwa im Format A5, wenn sie geschlossen ist). Auf sie habe ich das Panel geklebt.

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Und fertig ist das gute Stück.

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Benutzte Materialien

Papier

  • Cardstock(reste) in Weiß, Rot und Silber

Stanzen

Stempel

Stempelfarben

Embossing

Schablonen

Werkzeug & Klebstoffe

Embellishments

 

 

 

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